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Wall Street-Einstein Tuchman: "So wandelt sich die NYSE"

28.02.2014 17:51

Sein Gesicht ist ein Symbol für die New Yorker Börse. Seit 28 Jahren schreitet Peter Tuchman täglich über das Parkett an der Wall Street. Im Interview beschreibt er, was sich in der Zeit alles verändert hat.

In drei Jahrzehnten hat das Börsen-Urgestein einige Veränderungen hautnah miterlebt – allen voran die unaufhaltsame Technologisierung des Börsenalltags: "Damals verwendeten wir noch Papier und Telefone statt Handys. Es waren mehr Menschen: 10.000 Angestellte auf dem Parkett, davon 1.600 Broker. Und es gab das Ausrufverfahren", erinnert sich Tuchman. Mittlerweile kann der Aktienhandel in Sekundenbruchteilen vollkommen automatisiert ausgeführt werden. Doch wird die Technologie laut Tuchman nie alles sein: "Für mich ist das wichtigste an der New York Stock Exchange der menschliche Einfluss. Die Transparenz davon, was auf dem Parkett abläuft, unterscheidet uns von allen anderen Börsen der Welt. Ich bin nicht gerade begeistert vom Vormarsch der Technologie. Ich kann jetzt zwar 1.000 Bestellungen auf einmal herausgeben. Dass man innerhalb von Cent- und Sekundenbruchteilen handeln kann, davon profitiert jedoch keiner." Denn oft wird der Computerhandel zum Selbstläufer, der ohne menschliches Eingreifen katastrophale Folgen haben könnte. "Wir haben schon oft gesehen, dass technische Geräte Informationen aufnehmen und ihre Algorithmen darauf reagieren. Vor einer solchen Reaktion sind wir hier auf dem Parkett nicht isoliert." Für Tuchman wird alle moderne Technik der Welt den menschlichen Faktor nie ersetzen können. Denn an der Wall Street ist der Zusammenschluss der der Händler und Broker mehr als nur durch den gemeinsamen Arbeitsplatz bedingt. "Wenn ein Mitglied unserer Gemeinschaft Stress, Verluste und Trauer durchmachen muss, versammelt sich die Gemeinschaft auf eine großartig Weise. In dieser Hinsicht sind wir schon immer eine große Familie gewesen." Mehr aus seiner Zeit auf dem Parkett verrät Peter Tuchman bei "Inside Wall Street" mit US-Chefkorrespondent Manuel Koch.

Das original englische Interview finden Sie hier.

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Redaktion: Manuel Koch

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