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Momentumstratege Goerke: "Todeskreuz beim DAX möglich"

08.08.2011 18:08

"In den nächsten 14 Tagen entscheidet sich die weitere Entwicklung des DAX und der weltweiten INdizes. Es ist durchaus möglich, dass sich beim DAX ein Todeskreuz entwickelt. Das ist in der technischen Analyse der Schnittpunkt zweier gleitender Durchschnitte. Beim TecDAX sehen wir das bereits. Und das verheisst nichts Gutes." Momentumstratege Ralf Goerke spricht in diesem Interview unter anderem über den DAX und den TecDAX.

Die Momentum-Strategie basiert auf der Überlegung, dass Aufwärtstrends bei Aktiennotierungen aus Seitwärtsbewegungen und so genannten Beschleunigungsphasen bestehen, in denen die Kurse effektiv zulegen. Dabei dauern die Seitwärtsbewegungen oft relativ lange, während die Beschleunigungsphasen eher kurzfristiger Natur sind. Das Ziel der Strategie besteht darin, die Seitwärtsbewegungen zu vermeiden und in den Phasen der Kursgewinne investiert zu sein.

Gekauft werden vor allem Aktien, die vermuten lassen, dass sie kurz vor einem stärkeren Anstieg stehen. Sie werden herausgefiltert nach dem Momentum. Dieses zeigt an, wann sich die Kursdynamik eines Wertes beschleunigt. Es errechnet sich aus der fortlaufenden Division des aktuellen Kurses mit dem vor x Tagen. Das Ergebnis ist eine Kurve, die Momentumkurve, deren Ausprägung von der gewählten Periodenlänge x abhängt.

Charttechniker wählen in der Regel eine Einstellung von 20 Tagen. Die Momentumkurve kann wie ein Chart analysiert werden. Wendepunkte im unteren Bereich der Kurve können als Kauf-, Wendepunkte im oberen Bereich können als Verkaufsignale gewertet werden.

Natürlich ist es damit nicht getan. Der erfahrene Investor wird neben der groben Selektion nach rein technischen Faktoren natürlich noch weitere Kriterien bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen. Er wird darauf achten, dass das relevante Unternehmen wirtschaftlich gesund ist, in einem Wachstumsmarkt tätig ist und nicht in einer Branche, in der es kriselt. Auch die Handelbarkeit der Aktie sollte eine Rolle spielen, denn er will ja nicht nur zu einem fairen Kurs kaufen können, sondern auch verkaufen.

Hat der Anleger seine Werte ausgewählt, dann kauft er die Aktien und setzt sich gleichzeitig ein Kurslimit unter seinem Einstandskurs, zum Beispiel das Tagestief des Vortages. Sobald es erreicht ist, liquidiert er seine Position. Gibt der Wert also unerwartet nach, so hat er damit seinen Verlust begrenzt. Steigt der Kurs dagegen an, so wird das Limit mit steigenden Kursen sukzessive mit nach oben angepasst. Er hält die Aktie so lange und „lässt die Gewinne laufen“, bis der Stoppkurs doch einmal erreicht wird oder sich ein Ende der Beschleunigungsphase abzeichnet.

Selbst in schwachen Marktphasen lassen sich Werte mit relativer Stärke finden. So kann die Strategie weitgehend kontinuierlich angewandt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben wiederholt ergeben, dass die Strategie überdurchschnittliche Renditen erzielen kann. "Der Druck auf die Märkte wird anhalten. Die 200-Tage-Linie beim DAX wurde von oben nach unten gebrochen. Beim MSCI World hat sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet, das gilt als Umkehrformation. Es könnte hier noch zu einem richtigen Horrorszenario kommen - das auch beim DAX droht", so Goerke gegenüber dem DAF.

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Aktie: TecDAX, DAX, ETFS MET.SEC.DZ07/UN.XAG,
Redaktion: Marco Pahl

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