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Momentumstratege Goerke: "Schock - 45 Todeskreuze - Klare Baisse"

01.09.2011 19:01

"Wir sehen bei den Kerzencharts fallende Kurse. Dabei ist es wichtig, wie lang diese Kerze st. Die japanische Kerzenchart-Methode zeigt derzeit: Die Bären haben klar das Ruder in der Hand, und sie werden es wohl nicht so schnell aus der Hand geben", warnt Momentumstratege Ralf Goerke in diesem DAF-Interview.

"Das ist schon eine ordentlich Hausnummer, die wir hier sehen. 45 Todeskreuze habe ich so auch noch nicht wahr genommen. Das deutet eine klare Baisse an. Der DAX wird wohl wieder Richtung Tief bei 5.300 Punkten laufen - und diese Marke wird wohl nur eine Durchgangsstation für weiter fallende Kurse sein", so Goerke gegenüber dem DAF.

Die Momentum-Strategie basiert auf der Überlegung, dass Aufwärtstrends bei Aktiennotierungen aus Seitwärtsbewegungen und so genannten Beschleunigungsphasen bestehen, in denen die Kurse effektiv zulegen. Dabei dauern die Seitwärtsbewegungen oft relativ lange, während die Beschleunigungsphasen eher kurzfristiger Natur sind. Das Ziel der Strategie besteht darin, die Seitwärtsbewegungen zu vermeiden und in den Phasen der Kursgewinne investiert zu sein.

Gekauft werden vor allem Aktien, die vermuten lassen, dass sie kurz vor einem stärkeren Anstieg stehen. Sie werden herausgefiltert nach dem Momentum. Dieses zeigt an, wann sich die Kursdynamik eines Wertes beschleunigt. Es errechnet sich aus der fortlaufenden Division des aktuellen Kurses mit dem vor x Tagen. Das Ergebnis ist eine Kurve, die Momentumkurve, deren Ausprägung von der gewählten Periodenlänge x abhängt.

Charttechniker wählen in der Regel eine Einstellung von 20 Tagen. Die Momentumkurve kann wie ein Chart analysiert werden. Wendepunkte im unteren Bereich der Kurve können als Kauf-, Wendepunkte im oberen Bereich können als Verkaufsignale gewertet werden.

Natürlich ist es damit nicht getan. Der erfahrene Investor wird neben der groben Selektion nach rein technischen Faktoren natürlich noch weitere Kriterien bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen. Er wird darauf achten, dass das relevante Unternehmen wirtschaftlich gesund ist, in einem Wachstumsmarkt tätig ist und nicht in einer Branche, in der es kriselt. Auch die Handelbarkeit der Aktie sollte eine Rolle spielen, denn er will ja nicht nur zu einem fairen Kurs kaufen können, sondern auch verkaufen.

Hat der Anleger seine Werte ausgewählt, dann kauft er die Aktien und setzt sich gleichzeitig ein Kurslimit unter seinem Einstandskurs, zum Beispiel das Tagestief des Vortages. Sobald es erreicht ist, liquidiert er seine Position. Gibt der Wert also unerwartet nach, so hat er damit seinen Verlust begrenzt. Steigt der Kurs dagegen an, so wird das Limit mit steigenden Kursen sukzessive mit nach oben angepasst. Er hält die Aktie so lange und „lässt die Gewinne laufen“, bis der Stoppkurs doch einmal erreicht wird oder sich ein Ende der Beschleunigungsphase abzeichnet.



Weitere Details zum DAX-Todeskreuz

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Aktie: TecDAX, DAX, ETFS MET.SEC.DZ07/UN.XAG,
Redaktion: Marco Pahl

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