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Commerzbank: Auf den Spuren der UniCredit

19.04.2013 17:34

Bei der Commerzbank wird heute auf der vorgezogenen Hauptversammlung die Zukunft des Unternehmens in Angriff genommen. Unter anderem wird über die restlichen Staatshilfen diskutiert, die zurückgezahlt werden sollen. Im Interview beschäftigt sich Sebastian Steyer vom Radebeuler Actien Club mit diesem Thema und gibt eine Einschätzung zur Commerzbank-Aktie ab.

Eingangs wird Steyer gefragt, ob der Commerzbank mit der geplanten Aktienzusammenlegung und der anschließenden Kapitalerhöhung der operative Befreiungsschlag gelingen könnte: "Ich denke man muss hier ganz klar differenzieren. Auf der einen Seite haben wir das Thema Aktienzusammenlegung und Kapitalerhöhung, was aber nicht gleichzusetzen ist mit einem operativen Befreiungsschlag, denn es geht in erster Linie darum, die stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds zurückzuzahlen und die zukünftig verschärften Eigenkapitalregeln zu erfüllen. Ursprünglich wollte man das durch eigene Gewinne regeln, aber das hat die Commerzbank leider nicht geschafft. Deswegen ist man wieder auf fremdes Geld in Form der Kapitalerhöhung angewiesen. Sicher wird man Zinsen einsparen, wenn man die stillen Einlagen zurückzahlt, man spricht hier von rund 200 Millionen Euro Zinsen jährlich, aber trotzdem sieht es bei der Commerzbank operativ nicht gut aus."

Die Commerzbank will ihre Aktien nun mit einem Reverse Split im Verhältnis 10:1 erneuern, der gleiche Plan ging bei UniCredit in der Vergangenheit bereits schief. "Auch wenn das optisch erst einmal gut aussieht, muss das nicht heißen, dass die Aktie dadurch attraktiver wird. Solange die fundamentalen Daten nicht stimmen, kann die Aktie auch nach so einem Reverse Split weiter verlieren. Nach wie vor entscheiden die operativen Zahlen und der Commerzbank könnte es wie der UniCredit gehen", merkt Steyer an.

Fraglich ist auch, wann es die Commerzbank schafft, eine Dividende auf die Beine zu stellen, Schwarzmaler gehen vom Jahr 2015 aus. Aus der Sicht des Experten sollte man das Thema erst einmal außen vor lassen, denn die Commerzbank müsse ihr Geschäft erst einmal auf solide Beine stellen, bevor man an eine Dividende denken könne. Abschließend geht Steyer noch auf die Aktie des Bankinstituts ein: "Wenn wir uns auf die Zeit nach dem Reverse Split beziehen, dann hätten wir aktuell Kurse von 11,50 Euro. Zehn bis zwanzig Prozent an Kurspotential sind nach der Kapitalerhöhung sicher möglich, aber dann müssen wieder die Fundamentaldaten stimmen, damit es weiter nach oben geht und das sehe ich im Moment eher nicht. Sollte es in der europäischen Schuldenkrise eine neue Runde geben, wird die Commerzbank weiter verlieren. Für mich ist das nach wie vor eine Aktie, die man nicht haben muss."

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Aktie: Commerzbank,
Redaktion: Fabian Haas

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